HEIRATEN @ HOME: MIT DIESEN 7 TRICKS WIRD’S GROSSARTIG

Wir zeigen dir, wie du selbst ohne Garten mit Park-Abmessungen eine tolle Heim-Hochzeit feiern kannst.

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Es ist nicht zuletzt Hollywood zu verdanken, dass viele Menschen glauben, man könne seine Hochzeitsfeier nur dann zuhause abhalten, wenn es dort einen geradezu Park-großen Garten gibt. Stimmt in der Praxis allerdings ganz und gar nicht.

Denn sobald du ein Haus bewohnst, das über solche Standards wie Hofeinfahrt, Garage, kleinen Garten und Terrasse verfügt, hast du bereits alle grundlegenden Zutaten beisammen. Damit kannst du bei halbwegs passenden Temperaturen definitiv eine Feier der Extraklasse veranstalten – besonders wenn du gewillt bist, einige jener Tricks anzuwenden, die wir dir jetzt zeigen.

Zuhause heiraten – warum das keine schlechte Idee ist

Zugegeben, wenn du nur in einer (kleinen) Mietwohnung lebst, dann fällt das Thema heimische Feier wahrscheinlich bei dir flach – unter anderem aus Platz- und Lautstärkegründen. Doch sobald du als Besitzer oder Mieter in einem Einfamilienhaus lebst (oder ein solches beispielsweise bei euren Eltern vorhanden ist), dann kann es durchaus gelingen, wenn du nicht gerade mit deutlich über 100 Menschen feiern willst.

Doch warum solltest du zuhause feiern, nicht in einer anderen Location? Dafür gibt es hervorragende Gründe:

  • Die Sache bekommt einen hochpersönlichen, eben „heimeligen“ Touch
  • Es gibt keine Grenzen hinsichtlich der Party-Thematik
  • Mitunter habt ihr eine emotionale Bindung an die Location
  • Ihr allein bestimmt den Terminkalender – es herrscht völlig freie Wahl
  • Wer das Catering übernimmt, obliegt nur euch
  • Es passt hervorragend zu Boho- und Bauernhochzeit-Stilen 

Last, but not least, solltest du die Kostenfrage bedenken: Selbst, wenn du bei einer heimischen Hochzeitsfeier vielleicht noch manches anmieten/beschaffen musst, so steht am Ende doch meistens ein deutlich geringerer Betrag auf der Abrechnung als bei den meisten anderen Party-Varianten.

Doch was sollten du und dein Schatz tun, damit es wirklich eine wunderschöne Feier ohne jegliche Abstriche wird?

1. Sprecht mit Nachbarn und kommunalen Stellen

Es mag vielleicht euer großer Tag sein, de facto gelten jedoch für die Hochzeit dieselben Lärmschutzregeln wie für jede x-beliebige Haus- oder Grillparty. Das heißt, in den meisten Bundesländern muss es ab 22 Uhr leiser sein – besonders relevant, weil die Hochzeitsfeier wenigstens in Teilen draußen stattfindet. Doch es gibt Mittel und Wege:

  • Wende dich direkt an das zuständige Rathaus und frage, ob es eine Möglichkeit gibt, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten. Eine solche ist zwar normalerweise nur für öffentliche Veranstaltungen möglich, aber es gibt immer Ausnahmen – und eine Hochzeit ist ein hervorragender Grund
  • Sofern die umliegenden Nachbarn nicht sowieso eingeladen sind, geh mit deinem Schatz von Haus zu Haus, händige persönlich einen Zettel mit den wichtigsten Infos aus und bitte um Nachsicht, falls es etwas lauter werden sollte – vielleicht gewürzt um ein kleines Geschenk wie etwa Schokolade.

Im Übrigen sollte vielleicht der „lautere Teil“ der Party generell so gestaltet werden, dass er im Innenraum stattfindet – wenn etwa die Tanzfläche im Wohnzimmer liegt.

2. Ignoriert nicht die Toilettenfrage

In den meisten Einfamilienhäusern gibt es nur zwei bis drei Toiletten. Je nach Gästezahl ist das deutlich zu wenig, wodurch Staus drohen. Wenn ihr mehr als ungefähr 30, 40 Personen seid, solltest du deshalb im Vorfeld besser bei einem entsprechenden Service eine mobile Toilette anmieten. Nein, kein typisches Baustellen-Klo, sondern ein kleiner Toilettenwagen mit Wasseranschluss. Für diesen kannst du pro Tag von etwa 200 bis 300 Euro Mietkosten ausgehen.

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3. Teilt das Areal clever auf

Jedes Haus und jedes Grundstück sind anders. Ebenso werden sich bei vielen Hochzeiten, wenigstens nach dem „offiziellen Teil“ verschiedene Teile der Gästeliste wahrscheinlich zu Gruppen zusammentun. Heißt, du solltest nicht unbedingt davon ausgehen, alles würde nur an der offiziellen Hochzeitstafel und auf dem Dance Floor verbleiben. Hier einige Tipps, um das abzufangen:

  • Schließe alle Türen im Haus, die nicht von Besuchern durchquert werden sollen, konsequent ab, markiere die Schlüssel mit Zetteln und nimm sie an dich.
  • Richte, falls du das willst, einen Aufenthaltsbereich für die Raucher und Dampfer unter den Gästen ein. Dafür eignet sich beispielsweise eine Garage oder ein kleiner Pavillon im Hof.
  • Wenn es noch Platz im Garten gibt, dann integriere in einem möglichst ruhigen Bereich eine Art Chillout-Lounge. Sie muss nicht luxuriös eingerichtet sein. Als Sitzgelegenheiten eignet sich die einfache und günstige Selbermacherlösung in Form von Palettenmöbeln. Dazu vielleicht noch eine Feuerschale, Kerzen/Laternen und, wenn das Wetter unbeständig ist, ein Pavillon und die Lounge kann eröffnen.
  • Falls es ein Buffet gibt, dann wähle einen grundsätzlich witterungsgeschützten Bereich für dessen Aufstellung. Dafür eignen sich erneut (überdachte) Terrassen und Wohnzimmer.

4. Legt euch nicht zu starr auf Indoor und Outdoor fest

Es ist simpel: Nur wenige typische Einfamilienhäuser bieten innen genügend Raum, um dort eine Hochzeitsgesellschaft durchschnittlicher Größe und ohne Aufteilung in unterschiedliche Zimmer aufzunehmen. Umgekehrt sind aber ebenso die wenigsten heutigen Gärten groß genug, um das zu gewährleisten.

Sollte es bei dir nicht deutlich anders sein, dann solltest du besser nicht versuchen, eine stringente Trennung zwischen drinnen und draußen anzustreben. Ist bei dir das Wohnzimmer – wie so häufig – der größte Raum im Parterre und gleichsam derjenige, der eine Hintertür in den Garten bzw. Außenbereich hat?

Dann kannst du es so machen: Nutze das Wohnzimmer, eine sich eventuell anschließende Terrasse sowie den Garten und sorge bei allen Outdoor-Bereichen für eine umfassende, aber flexible Überdachung. Beispielsweise kannst du ein passend großes Partyzelt mit beweglichen Seitenwänden mieten. Ebenso kannst du auf ähnliche Weise eine (nach den Seiten) offene Terrasse besser schützen.

Solange das Wetter halbwegs warm und trocken ist, bleibt alles weitgehend offen. Schlägt die Witterung dagegen um, klappen einige zuvor bestimmte Helfer flugs die Seitenwände herab und die Partygesellschaft kann sitzen bleiben, ohne sich notgedrungen ins Haus hineindrängen zu müssen. Plus: durch die nahtlose Gestaltung ist es dann selbst bei Regen möglich, sich vom Haus nach draußen zu bewegen, ohne nass zu werden.

5. Vermeidet Matsch und Stolperfallen

Wahrscheinlich wirst du zuhause allein nicht genügend Tische und Stühle besitzen, damit alle Platz finden. Ebenfalls wirst du viele dieser Elemente draußen im Zelt aufstellen müssen – und darin für die späteren Stunden elektrisches Licht benötigen. Beachte deshalb die folgenden Tipps:

  1. Stelle Tische und Stühle keineswegs direkt auf den Rasen. Sie können einsinken, mit deinen Gästen umkippen und die Feiernden werden das Gras ordentlich in Mitleidenschaft ziehen. Dagegen kannst du beispielsweise einen Tanz- oder festen Zeltboden mieten.
  2. Verlege Stromkabel keineswegs auf dem Boden. Versuche, die ganze Elektrik über den Köpfen der Gäste zu drapieren – wenigstens dort, wo diese sich absehbar bewegen werden.

Zudem solltest du dich nie darauf verlassen, dass die Feiernden sich im Außenbereich nur in den zugewiesenen Bereichen bewegen. Sorge deshalb auf dem ganzen Grundstück für eine stimmungsvolle, aber dennoch ausreichend helle Beleuchtung durch Laternen, Lampions und Ähnliches.

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6. Überlegt, beim Catering kreativ zu sein

Deine Hochzeit kann zuhause auf die gleichen Trends und Klassiker des Caterings setzen, die auch in anderen Locations angeboten werden. Da eine Home-Hochzeit dennoch etwas besonderes ist (schon wegen der automatisch entspannteren Atmosphäre) solltest du dich fragen, ob du nicht ebenso bei Speisen und Getränken einen ganz anderen Weg gehen magst; etwa so:

  • Statt des Catering-Buffets einen Imbisswagen oder Food-Truck mieten. Das hat nebenbei den Vorteil, das ganze Essen etwas zu entzerren und kann obendrein jede Menge Kosten und Aufwand beim Geschirr sparen.
  • Anstelle verschiedenster Süßspeisen neben der eigentlichen Torte (die nicht zwingend für wirklich alle Anwesenden ausreicht) könnte in ähnlicher Manier ein Eiswagen bereitstehen.
  • Wo es normalerweise auf die „üblichen“ Getränke einer Hochzeit hinausläuft, gäbe es vielleicht die Option, einen Barmixer zu buchen, damit er (zusätzlich) für leckere Cocktails sorgt.

Dies nur als drei Denkansätze, um dir zu zeigen, was theoretisch und praktisch möglich wäre.

Vergiss nie: Eine Hochzeit zuhause „darf“ aufgrund des insgesamt relaxten Settings deutlich mehr als es bei einer klassischen Location-Feier der Fall ist. Sofern bei dir und deinem Schatz nichts dagegenspricht, solltet ihr diesen Grundgedanken möglichst weit ausdehnen – eine solche Party, die vielleicht mit einigen Konventionen bricht, ist für viele Gäste diejenige, die länger positiv im Gedächtnis bleibt.

7. Seid mit den Parkplätzen pragmatisch

Bei dir zuhause dürfte es wahrscheinlich nicht ansatzweise genügend Parkplätze für alle Gäste geben – und du möchtest nicht den Zorn der Nachbarn erregen, indem alternativ die ganze Straße vollgeparkt wird.

Überlege dir deshalb eine pragmatische Lösung: Gibt es in halbwegs erreichbarer Nähe einen öffentlichen Parkplatz? Dann gib ihn in der Einladung als Treffpunkt an und sorge für einen Shuttle-Service. Beispielsweise könnte jemand in einem Freundeskreis als Fahrer fungieren. Dann noch ein Mini-Van, nötigenfalls vom Autovermieter, und das Parkplatzproblem ist gelöst.

Wichtig: Gib den Gästen unbedingt die Handynummer dieses Fahrers bekannt, falls es zu Schwierigkeiten kommen sollte.

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DIESER ARTIKEL ENTSTAND IN DER ZUSAMMENARBEIT MIT DER REDAKTEURIN LAURA SEUFERT.